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Wie fühlt man sich danach?
Ich habe seit paar Tagen ein dringendes Bedürfnis etwas zu Zeichnen.
Malen habe ich nie gelernt aber was Zeichnen angeht, dass kann ich
einigermaßen gut. Nicht ausgezeichnet aber ein wenig
überdurchschnittlich. Das habe ich von meinem Vater geerbt. Er konnte
auch gut zeichnen. Kann er immer noch.
Muss halt nur die Zeit finden.
Was den gestrigen Abend angeht…
Ich
kam sehr früh nach Hause. Etwa gegen halb 5 und mein Schatz war noch
da. Wir hatten noch Zeit gehabt uns zu unterhalten und zu erzählen was
der Tag jedem von uns gebracht hat. Als er zur Arbeit aufgebrochen war
habe ich die Anlagen zu der Lohnsteuererklärung zusammengestellt und
den Antrag selbst per Internet zur Finanzamt geschickt. Der verblödete
Drucker hat zweite Seite des Ausdruckes zertrampelt aber Kopie kam doch
vollständig raus, obwohl auch nicht ganz ohne Fehlern.
Dann
klingelte an der Tür und ich wurde mit einem Paar; das bestimmt zu den
Zeugen Jehova gehörte, per Videoanlage verbunden. Solche Begegnungen
tun mir immer weh genau wie Begegnungen mit den Bettlern. Du fühlst
dich immer bedrängt und schuldig, wenn du auf ihre Anforderungen nicht
eingehst. Du bist immer der schlechtere. Du wirst mit den riesigen,
großen, schweren Nageln an der weißen Wand fest genagelt… oder du
hängst an einem Kreuz und du bist schmutzig. Man spukt auf dich und
zeigt auf dich mit dem Finger. Wieso kommt mir das Bild so bekannt
vor?!
Ich habe dann so lange gezögert bis die Frau kurz inne
gehalten hat und sagte, dass ich glaube dass ich mit dem Gott im reinen
bin, was sie natürlich mir nicht abgenommen hatte. Ist verständlich, da
sie andere Vorstellung davon hat. Ich bevorzuge aber direkten Kontakt
zu meinem himmlischen Vater und brauche dafür keine Dolmetscher die es
vielleicht gut meinen aber bei denen man nie mit Sicherheit weiß ob das
Info fehlerfrei und ohne möglichen Manipulationen geliefert wurde.
Ich entschuldigte mich und sagte, dass ich im Moment kein Kopf dafür habe, dann habe ich aufgelegt.
So
was fühlt sich immer wie ein Verrat an dem Gott selbst. Aber wer hat
sie zu Seinen direkten Diener ernannt? Und wie viele von ihnen sind
selbsternannte und leben in einer Wunschvorstellung?
Aber das war das kleinste Übel!
Etwas
später klingelte das Telefon und ich hatte einen jungen Mann von
T-Online dran. Nach einer kurzen Vorstellung redete er ohne Punkt und
Komma so dass ich gar kein Wort dazwischen schieben konnte und eher ich
mich umsah war er an dem Platz gelangt, wo er mir meine Adresse vorlas
um einen Vertrag dahin zu schicken. Na, dann mal langsam! Ich habe ihn
unterbrochen und gesagt, dass er zu schnell ist. Was er mit einem
Lachen quittierte. „Aus welchem Land kommen Sie denn?“ - war seine
Frage direkt darauf. Das passte mir aber gar nicht mehr! Was soll das
denn? „Ja, ich kann sie mit einem unseren Mitarbeiter verbinden der
ihre Muttersprache spricht bla, bla, bla“
Ich habe aber nicht
gesagt, dass ich nicht verstehe wovon er redet. Ich habe lediglich
gesagt, dass er zu schnell ist. Dabei hat er gar nicht erklärt um was
für Servicepaket es sich handelt, welche Kosten auf mich zu kommen.
Nur, dass es nicht viel bringt mir alles zu erklären, da ich es
ausprobieren soll und dann nach 3-6 Monaten kündigen kann.
Das ist
ein tolles Angebot! Du darfst kaufen aber was, das erfährst du später!
Und dann, besitz er noch die Frechheit zu behaupten, dass ich ihn nicht
verstehen würde und sagt, dass das Gespräch ihm so nichts bringt. Ich
dachte ich höre nicht richtig. Von der gebürtigen Deutschen wird man
nie so nieder gemacht nur der Aussprache wegen. Der Typ da war aber
eindeutig entweder ein Türke oder Marokkaner. Das hört man sofort raus.
Zuerst ruft man dich in deiner freie Zeit zu Hause an, entschuldigt
sich gar nicht und dann wird man noch hinterher beschissen! Ich habe
ihn noch mal nachgefragt um was für eine Leistung es sich handelt und
was sie mir bringen würde, er wollte aber nach wie vor keine
Einzelheiten erläutern. Danach habe ich dann gesagt, dass dieses
Gespräch eine reine Zeitverschwendung ist und habe aufgelegt. Das
letzte Wort habe ich immer hin behalten können.
Wie fühlt man sich nach solchen Begegnungen? Ausgepowert und unbeholfen.
Mir
war zum heulen zu Mute! Alles, was ich in letzten Jahren im Bereich der
deutschen Sprache erarbeitet hatte, alle meine Erfolge große und kleine
schienen einfach kein Wert mehr zu haben.
Ich wurde mit einem Ruck 5
Jahre zurück geworfen! Auf der Arbeit heute konnte ich diese Blockade
nicht überwinden, die sich seit diesem verdammten Gespräch eingestellt
hat. Ich habe kaum Mund aufgemacht...
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Geschrieben am: 17:36, March 15, 2006 |
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